2020-11-03_garden-waste

Wie bereits im Frühjahr zwingt uns der aktuelle Lockdown zu einem veränderten Fokus. Gewohnte äußere Aktivitäten verlagern sich nach innen. Was fängst Du mit dieser Zeit an? Was fängst Du mit DIR an?

Ich habe die letzten Wochen und Monate u.a. dafür genutzt, bei mir aufzuräumen. Ich habe Bücher aussortiert, Kleidung und Schuhe verschenkt, meine persönlichen Unterlagen neu geordnet. Ich habe sogar mein Business neu ausgerichtet. Was mir ein gutes Gefühl beschert hat. Was jedoch in gleicher Weise wertvoll ist, ist das Aufräumen meiner inneren Räume. Ja, du liest richtig: Ich räume seit geraumer Zeit in meinem Inneren auf.

Unser Konzept vom Aufräumen bezieht sich in der Regel auf etwas Äußeres.

Einen Schrank aufräumen, den Keller ausmisten, Arbeitsunterlagen sichten etc. Wir tun es entweder recht regelmäßig oder nutzen beispielsweise einen bevorstehenden Umzug oder eine erzwungene Pause dafür. Manchen Menschen fällt es leicht, andere hingegen schieben es immer wieder vor sich her. Zu welchen Menschen gehörst Du?

Jedes Phänomen hat zwei Seiten. Ohne Ausnahme.

Wie Du weißt, hat alles in unserem Leben und somit auch das Aufräumen einen äußeren UND einen inneren Aspekt. Inneres Aufräumen ist uns in der Regel weit weniger vertraut. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass wir gar nicht wissen, warum es notwendig ist. Und wie ein solches inneres Aufräumen aussehen sollte.

Die Notwendigkeit äußeren Aufräumens erschließt sich uns leicht. Mit der Zeit sammeln sich in unseren Wohnräumen Dinge an, die entweder nicht mehr zu uns passen, die alt, überholt, nicht mehr zeitgemäß, angeschlagen, kaputt und damit reparatur- oder erneuerungsbedürftig sind. Manchmal bedarf es sogar eines neuen Anstrichs. Wenn wir dies nicht tun, finden wir Dinge schlechter, verstopfen Schränke, Keller und unser gutes Lebensgefühl wird beeinträchtigt.

Innere Räume brauchen das Reinigen von Gedanken, Überzeugungen und Haltungen.

Gleiches gilt auch für unsere inneren Räume. In unseren inneren Räumen sammeln sich – beginnend mit unserem Leben – Gedanken, Überzeugungen und Haltungen. Diese bestimmen im Wesentlichen darüber, wie wir durch unser Leben gehen. Ob mit schwerem Ballast, im Kampf- oder Funktionsmodus oder aber leicht, in Verbindung mit sich selbst und anderen. Und wie in den äußeren Räumen ist es klug, regelmäßig zu prüfen, ob das, was wir ihnen vorfinden noch geeignet ist, uns erfüllt und lebendig zu fühlen.

Stell‘ Dir vor, jeder Bereich Deines Lebens repräsentiert einen Raum. So gibt es den Raum Deiner Selbstliebe, den Raum Deiner Partnerschaft, den Raum Deiner Arbeit, den Raum Deiner Fülle, den Raum Deiner Gesundheit usw. Geh‘ durch jeden Raum und lass‘ Dir Zeit, sie auf Dich wirken zu lassen (das kann man im Übrigen auch wunderbar mit äußeren Räumen tun!). Wie fühlst Du Dich? Wieviel Helligkeit, Lebendigkeit und Freude ist in dem jeweiligen Raum?

Untersuche den Raum Deiner Selbstliebe.

Nimm‘ zum Beispiel den Raum Deiner Selbstliebe und schau‘ Dich um: Wie sieht es darin aus? Ist es ein großer, geräumiger Raum oder ist er eher klein und vernachlässigt? Fühlst Du Dich wohl darin? Was würdest Du gern darin belassen, was ändern? Dann frage Dich: Was denke ich über mich? Wie gut bin ich zu mir? Wie sehr achte ich meine Bedürfnisse? Kenne ich sie eigentlich oder liegen sie unter dicken Schichten von Staub begraben? Dann bring‘ sie ans Licht. Jedes einzelne und schau‘, in welcher Weise Du dieses Bedürfnis bereits in Deinem Leben verwirklichst oder auch nicht. Was Du dafür tun kannst, damit es einen Platz in Deinem Leben erhält. Du wirst merken, dass manche Bedürfnisse leichter zurück ins Leben zu bringen sind, andere dagegen schwerer. Schau‘ tiefer und finde die Gründe, weshalb Du Deine Bedürfnisse nicht oder nur anteilig lebst. Verstehst Du, was ich meine?

Welche Überzeugung hast Du von Dir? Und ist sie noch zeitgemäß?

Es ist wichtig, sich seiner eigenen Vorstellungen, Haltungen und Überzeugungen bewusst zu werden. Sich zu fragen: Warum achte ich nicht gut auf mich? Welche Überzeugung habe ich von mir? Und woher kommt sie? Ist das meine Überzeugung? Oder habe ich sie von jemandem – meinen Eltern, meinem Partner, meinen Freunden – übernommen? Ist sie noch zeitgemäß? Tut sie mir gut? Was brauche ich stattdessen? Und was mache ich, damit der Raum meiner Selbstliebe wieder zu leuchten beginnt?

Das Reinigen gilt für alle Räume. Und es ist nicht mit einem Mal getan. So wie in den äußeren Räumen braucht es ein regelmäßiges Aufräumen. Innere Räume brauchen dann eine besonders intensive Pflege, wenn sie lange Jahre unbetreten geblieben sind.

Aufräumen ist ein lebenslanger Prozess. Der Lohn ist ein Leben, in dem Du immer mehr zu Hause bist.

In meiner Erfahrung ist der Prozess des Aufräumens, egal ob es sich dabei um äußere oder innere Räume handelt, nicht immer leicht. Manchmal ist es mühsam. Manchmal – insbesondere bei den inneren Räumen – schmerzhaft. Manchmal werden wir traurig darüber, was wir im Leben versäumt haben oder weil wir jemanden aus unserem Leben verabschieden müssen. Wenn wir es jedoch geschafft haben, zieht in uns Klarheit, Aufgeräumtheit und ein Gefühl von Leichtigkeit ein. Und das Erstaunlichste: Das Reinigen der inneren Räume zieht stets eine positive Änderung im Außen nach. Du wirst mehr Lebendigkeit und mehr Freude in Deinem Leben spüren.

Wenn Du nicht weißt, wie Du damit starten sollst, suche Dir Hilfe. Wenn Du magst, stehe ich Dir sehr gern dafür zur Seite.

Ich freue mich auf Dich!

© 2021 Heike Hildesheim